Bogovachisghele (Mtskheta-Mtianeti, Georgien)

Abschlussarbeiten

Bogovachisghele (Mtskheta-Mtianeti, Georgien)
Foto: J. Hentschel

Themenvorschläge für Qualifikationsarbeiten am Herbarium Haussknecht

Sippendifferenzierung in der Lebermoosgattung Porella L. Inhalt einblenden
Porella platyphylla (L.) Pfeiff. Porella platyphylla (L.) Pfeiff. Foto: J. Hentschel

Porella baueri (Schiffn.) C.E.O.Jensen ist vermutlich durch Hybridisierung aus P. cordaeana (Huebener) Moore und P. platyphylla (L.) Pfeiff. entstanden und soll im gesamten europäischen Teilareal der Elternarten verbreitet sein.

Die Hybride findet in modernen Lebermoosfloren kaum Erwähnung und ihre Verbreitung ist nach wie vor nur sehr lückenhaft bekannt. Die bislang zur Unterscheidung verwendeten morphologischen Merkmale sollen anhand von Herbarmaterial und eigenen Kollektionen aus Thüringen überprüft und statistisch ausgewertet werden. Zusätzlich bieten sich konventionelle Chromosomenzählungen und Messungen am Durchflusszytometer an.

Die vorgeschlagene Arbeit wird von Jörn Hentschel betreut. Der erforderliche Arbeitsplatz und die Arbeitsmaterialen werden im Herbarium Haussknecht zur Verfügung gestellt. Für weiterführende Informationen zum Thema kontaktieren Sie bitte Jörn Hentschel im Herbarium Haussknecht (j.hentschel@uni-jena.de).

Taxonomische Signifikanz der initialen Astanhänge zur Gliederung der Lebermossgattung Frullania Raddi Inhalt einblenden

Die Gattung Frullania Raddi umfasst weltweit über 300 Arten und gehört damit zu den größten Gattungen der beblätterten Lebermoose. Obwohl die Vertreter durch die Ausbildung der typischen Wassersäcke unverwechselbar sind, werden die Gliederung der Gattung sowie zahlreiche Artkonzepte gegenwärtig kontrovers diskutiert. Erste molekularsystematische Untersuchungen zeigen, dass das die bislang verwendete, allein auf wenigen morphologischen Merkmalen basierende Klassifikation, an vielen Stellen unnatürlich ist und dringend einer Überarbeitung bedarf. Es konnte gezeigt werden, dass häufig Merkmale in unterschiedlichen Gruppen unabhängig voneinander entstanden sind.

Ein Merkmal, welches geeignet für die interne Klassifikation der Gattung sein könnte, stellt die Ausbildung des ersten Astblattes und des ersten Astunterblattes nach einer Verzweigung dar. Es soll anhand von Herbarmaterial überprüft werden, ob die unterschiedlichen Merkmalszustände für bestimmte Gruppen charakteristisch sind und mit den vorhandenen phylogenetischen Hypothesen übereinstimmen.

Die hier vorgeschlagene Arbeit wird von Jörn Hentschel betreut. Der erforderliche Arbeitsplatz und die Arbeitsmaterialen werden im Herbarium Haussknecht zur Verfügung gestellt. Für weiterführende Informationen zum Thema kontaktieren Sie bitte Jörn Hentschel im Herbarium Haussknecht (j.hentschel@uni-jena.de).

Frullania kunzei (Lehm. & Lindenb.) Lehm. & Lindenb. Frullania kunzei (Lehm. & Lindenb.) Lehm. & Lindenb. Foto: J. Hentschel
Verbreitung und Ökologie der Kegelkopfmoose in Thüringen Inhalt einblenden

Das Kegelkopfmoos, Conocephalum conicum (L.) Dumort., ist das größte und augenfälligste thallose Lebermoos unserer Heimat. Das Areal der Art umfasst die borealen und temperaten Regionen der nördlichen Hemisphäre. In Thüringen bildet C. conicum oft ausgedehnte, konkurrenzkräftige Decken auf beschatteten Steinen oder Erdblößen. Man kann sie in feuchten Tälern und an Bachrändern regelmäßig finden.

Im Jahre 2005 wurde ein ebenfalls holarktisch verbreitetes Segregat von Conocephalum conicum beschrieben. Die Verbreitung von C. salebrosum Szweyk., Buczk. & Odrzyk. ist in Deutschland noch sehr unvollständig bekannt. Vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass beide Arten etwas unterschiedliche Standortansprüche besitzen.

Im Herbarium Haussknecht werden zahlreiche, bislang noch nicht überprüfte Kollektionen von C. conicum aus Mitteldeutschland aufbewahrt. Diese sollen genutzt werden, um Verbreitungslücken zu schließen und Aussagen über die ökologischen Präferenzen beider Arten zu formulieren. Neben der Auswertung der historischen Kollektionen, sind Vegetationsaufnahmen an ausgewählten Standorten vorgesehen.

Die hier vorgeschlagene Arbeit wird von Jörn Hentschel betreut. Der erforderliche Arbeitsplatz und die Arbeitsmaterialen werden im Herbarium Haussknecht zur Verfügung gestellt. Für weiterführende Informationen zum Thema kontaktieren Sie bitte Jörn Hentschel im Herbarium Haussknecht (j.hentschel@uni-jena.de).

Conocephalum conicum (L.) Dumort. und C. salebrosum Szweyk., Buczk. & Odrzyk. Conocephalum conicum (L.) Dumort. und C. salebrosum Szweyk., Buczk. & Odrzyk. Foto: J. Hentschel
Verbreitung und Ökologie des Torfmooses Sphagnum divinumFlatberg & K.Hassel in Thüringen Inhalt einblenden

Keine andere Moosgruppe ist in einem Ökosystem von solch zentraler Bedeutung wie die Torfmoose in unseren Mooren und Sümpfen. Sie gelten jedoch selbst unter den Bryologen als schwierige Gruppe, da sie morphologisch sehr variabel sind und für die sichere Bestimmung mancher Arten viel Erfahrung notwendig ist. Die Torfmoose zeichnen sich durch ihr stammesgeschichtlich geringes Alter und ihre häufig komplexe Zytologie aus. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume sind diese Moose stark gefährdet und zum Teil in drastischem Rückgang begriffen. Die in Deutschland heimischen Arten werden im Anhang V der FFH-Richtlinie geführt und sind deshalb auch nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Dies trifft ebenfalls auf die meisten ihrer Lebensräume zu.

Sphagnum magellanicum Brid. galt lange Zeit als Paradebeispiel für ein bipolar verbreitetes Torfmoos, welches aus dem Süden Chiles beschrieben wurde, jedoch auch auf Nordhalbkugel zirkumpolar verbreitet ist. In einer molekulargenetischen Untersuchung wurde gezeigt, dass die morphologisch gut charakterisierte Art innerhalb ihres Areals genetisch stark differenziert ist (Kyrkjeeide et al. 2016). Dies führte in einer weiterführenden Studie (Hassel et al. 2018) dazu, dass S. magellanicum in drei Arten aufgespalten wurde: das im südlichen Südamerika beheimatete S. magellanicum, das bislang unter S. magellanicum geführte S. medium Limpr. mit amphiatlantischer Verbreitung auf der Nordhalbkugel und S. divinum Flatberg & K.Hassel, welches neu beschrieben wurde und auf der Nordhalbkugel zirkumpolar verbreitet ist.

Erste Voruntersuchungen belegen, dass sowohl Sphagnum medium als auch S. divinum in Thüringen vorkommen. Die Verbreitung und die Habitatansprüche der beiden Arten sind in Thüringen und darüber hinaus jedoch noch sehr unvollständig bekannt.

Im Herbarium Haussknecht werden zahlreiche, bislang noch nicht überprüfte Kollektionen von Sphagnum magellanicum aus Thüringen aufbewahrt. Diese sollen genutzt werden, um Verbreitungslücken zu schließen und Aussagen über die ökologischen Präferenzen beider Arten zu formulieren. Neben der Auswertung der historischen Kollektionen, sind Vegetationsaufnahmen und Wasseruntersuchungen an ausgewählten Standorten vorgesehen.

Die hier vorgeschlagene Arbeit wird von Jörn Hentschel betreut. Der erforderliche Arbeitsplatz und die Arbeitsmaterialen werden im Herbarium Haussknecht zur Verfügung gestellt. Für weiterführende Informationen zum Thema kontaktieren Sie bitte Jörn Hentschel im Herbarium Haussknecht (j.hentschel@uni-jena.de).

Sphagnum medium Limpr. Foto: J. Hentschel
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